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MGM Camera 65

auch: Camera 65;

Zwar kooperierte MGM von Beginn an mit Twentieth Century Fox und adaptierte das CinemaScope-Verfahren, doch suchte man zugleich ein eigenes Breitwandverfahren zu entwickeln. Man griff dazu auf Kameras zurück, die MGM schon in den 1930er Jahren hatte bauen lassen und die John Arnold, der Leiter der Entwicklungsabteilung, für ein Prototyp-Verfahren (das nie zum Einsatz kam) namens ArnoldScope umbaute, bei dem 65mm-Film mit horizontal liegenden Bildfeldern belichtet wurde. Die Camera-65 entstand dann aber 1955 in Kooperation Panavision (MGM gab die Leistungen vor, die das System erfüllen sollte, Panavision entwickelte Konzept und Technik). Es handelte sich um eine Kamera, die ein anamorphotisch gestauchtes Bild auf 65mm-Negativmaterial aufzeichnete. Das neue, mit Prismen bestückte Apo-Panatar- resp. Ultra-Panatar-Objektiv, das Panavision beigesteuert hatte und das die Verzerrungen der frühen Scope-Optiken deutlich verminderte, ließ einen Kompressionsfaktor von 1,25-1,33 zu. Die Negative (Seitenverhältnis 2,76:1) wurden meistens auf 35mm-Film reduziert (bei einem Seitenverhältnis von 2,55:1 oder 2,35:1). Es entstanden aber auch 70mm-Kopien. Nur drei Filme wurden zwischen 1957 und 1959 mit der Kamera aufgenommen – Raintree County (1955), The Big Fisherman (1958) und Ben Hur (1959).
Anfang der 1960er Jahre verkaufte MGM seine Kamera-Abteilung an Panavision. Die Camera-65 wurde umgebaut, das optische System optimiert und unter dem Namen Ultra Panavision 70 1962 anlässlich des Films Mutiny on the Bounty neu vorgestellt. Bis 1966 wurden insgesamt nur elf Filme in dem neuen Format gedreht.