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Minoritätsprobleme

Minoritätsprobleme werden sowohl im fiktionalen wie im dokumentarischen Film behandelt. Im Zentrum stehen soziale, kulturelle, religiöse und ethische Minderheiten (Afroamerikaner, Lesben und Schwule, illegale Einwanderer etc.) und das sich daraus ergebende Spannungsfeld von Kulturkontrast, Repressionen und Anpassungsschwierigkeiten. Das Spektrum ist breit und reicht von realistischen Milieustudien (Le Thé au Harem d'Archimède, Frankreich 1985, Mehdi Charef) über Melodramen (Imitation of Life, USA 1959, Douglas Sirk) bis zu humanitären Dokumentarfilmen (Southern Comfort, USA 2000, Kate Davis).

Die Schilderung der Minoritätsproblematik kann aus zwei Perspektiven geschehen: So nimmt der als mehrheitsfähig produzierte Mainstream in der Regel einen Blick von außen ein und hält Wertmaßstäbe bereit, die Minderheiten tendenziell als anders, wenn nicht gar als abweichend oder schlimmstenfalls defizitär begreifen. Ihm gegenüber stehen die Werke von Regisseuren, die derselben Minderheit angehören, wie die Figuren, von denen sie berichten, und das Zielpublikum, das sie ansprechen wollen. Solche „films by, for, and about“ – also beispielsweise Filme von Lesben für Lesben über Lesben – schildern die spezifischen Erfahrungshorizonte und Lebenslogiken ihrer Figuren oft glaubwürdiger als Mainstreamproduktionen. Zugleich haben sie über den Kreis ihres Zielpublikums hinaus nur begrenzte Wirkungsmacht – nicht zuletzt, weil sie an ein Insiderwissen appellieren, über das Angehörige der Mehrheit nicht ohne weiteres verfügen.

Literatur: Toplin, Robert Brent (ed.): Hollywood as mirror. Changing views of "outsiders" and "enemies" in American movies. Westport, Conn. [...]: Greenwood Press 1993. – Xing, Jun (ed.): Reversing the lens – ethnicity, race, gender, and sexuality through film. Boulder, Col.: Colorado University Press 2003. – Filmographie: Parish, James Robert: The encyclopedia of ethnic groups in Hollywood.  New York : Facts on File 2003. 
 

Referenzen