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Mumien im Film

Das populäre Wissen um die ägyptische Kultur ist natürlich älter als die ersten Mumienfilme. Schon ab 1910 gibt es vereinzelte Filme, die zumindest im Titel auf Mumien anspielen. Doch begann erst in den 1920er Jahren – am Ende der fast 50jährigen Phase des Design-Exotismus – eine ägyptophile Welle, die sich schnell mit der Stiltendenz des Art Déco verbündete. Schmuck, Kleidung, Möbel, diverse Dekorationsartikel gesellten sich dem Ägyptischen ebenso bei wie Vorstellungen von Geheimnis und Gefahr: 1922 hatte Howard Carter das Grab des Tut-Ench-Amun ausgegraben; kurze Zeit darauf starben sein Geldgeber Lord Carnavon und einige andere Grabungsteilnehmer am sogenannten „Fluch der Pharaonen“. Die Wirklichkeit schien dem Motiv des „Fluchs des Mumie“, das Bram Stoker 1903 in seiner Geschichte Jewel of the Seven Stars vorgestellt hatte, zu folgen. 1932 entstand Karl Freunds The Mummy mit Boris Karloff in der Hauptrolle und erzählte die Stammgeschichte aller Mumienfilme – durch die Öffnung des antiken Grabes und die Störung der Totenruhe erwacht die Mumie zu neuem Leben und beginnt, Rache zu nehmen für altes Unrecht. Bis zu The Mummy (1999) ist der Stoff sechzehn Mal adaptiert worden, die zahlreichen Variationen nicht mitgerechnet. Insbesondere die vier Adapationen durch die englischen Hammer Studios versuchten, die Geschichten zwischen Schauer und Horror auszuloten. Das Mumien-Motiv bleibt nicht auf Ägypten beschränkt: In der Rezeption sind mehrfach aus ägyptischen Mumien die sterblichen Überreste von Azteken- oder Maya-Priestern und -Königen geworden.

Literatur: Di Fate, Vincent: A mummy movie filmography. In: Filmfax: the Magazine of Unusual Film & Television, 87/88, Oct./Jan. 2002, S. 81-85. – Feramisco, Thomas M.: The mummy unwrapped. Scenes left on Universal‘s cutting room floor. Jefferson,NC: McFarland 2002. – Johnson, Tom / Cowie, Susan D.: The mummy in fact, fiction, and film. Jefferson, NC: McFarland 2003.

Referenzen