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Musikclip / Musikvideo

auch: Videoclip, Clip, promotional video, Promotionvideo, Promo

In der Regel 3- bis 5minütige Musikfilme, visualisierte Formen von Musik und/oder Songtext, vorzugsweise aktueller Pop- und Rockmusik. Die Clips folgen dabei der Musik, deren Stilorientierung eine grundlegende Ordnung des Clips bestimmt, neben der genreabhängigen visuellen Stilistik. Die Produktion erfolgt auf Video oder auf Digitalformaten, selten auf Film. Es sind unterschiedlichste Gattungen entstanden, die von aufwendigen Mini-Spielfilmen mit Millionen-Etats über Low Budget-Produktionen bis hin zu komplett im Computer generierten Collagen reichen.
Musikvideos sind Werbefilme der Musikindustrie. Kurze Musikfilme liefen schon in der Swing-Ära in den USA während der 1930er Jahre im Vorprogramm der Kinos. Verfilmt wurden populäre Swingtitel, die die Interpreten während eines Auftritts zeigten und u.a. mit choreographischen Einlagen versehen waren. Ab ca. 1950 wurden Jukebox-Filme produziert, die als Endlosfilmschleifen die Musik der abgespielten Schallplatten illustrierten, später kamen hierfür die Videodisc-Automaten zum Einsatz (ab 1960er Jahre). Der Ursprung der heutigen Musikclips liegt in den 1960er Jahren, als von der Unterhaltungsindustrie filmisch vorfabrizierte Fernsehauftritte von Rockstars zu Demonstrations- und Promotionszwecken hergestellt wurden. Sie wurden umso wichtiger, je weniger eine Musikpräsentation an einen Live-Auftritt von Stars gebunden war und auch der Einfluss des Radios als Orientierungsmedium zurückging. Bereits in dieser Zeit wurden solche Videoclips auch im Fernsehen gezeigt. Geradezu legendär ist in der BRD die Sendung Beat-Club, die von Radio Bremen produziert wurde und am 25.9.1965 zum ersten Mal ausgestrahlt wurde; das Konzept – Live-Auftritte in Kombination mit Filmaufnahmen, aktuell erfolgreiche Pop- und Rockmusik, Einsatz elektronischer Tricks, hohe Schnittfrequenz, häufige Nah- und Großaufnahmen, Bilder des Publikums und des Moderators – wird modifiziert in Musikmagazinen bis heute angewendet.
Aber erst Musikspartenkanäle wie MTV oder Viva radikalisierten dieses Konzept anfangs der 1980er Jahre erfolgreich: ein Rund-um-die-Uhr-Fernsehprogramm nur mit Musik und Werbung entstand, das äußerst kostengünstig produziert werden konnte: Der Sender stellte den Sendeplatz zur Verfügung, die Wirtschaft lieferte das Programm beinahe zum Nulltarif. Das für den Anbieter lukrative System einer 'doppelten Ökonomie' entstand.

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