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Musikclip / Musikvideo: Ästhetik

Musikvideos sind oft als ein kultureller ‚Steinbruch‘ angesehen worden, weil sie eine einzigartige Mischung aus klassischer Hochkultur, Avantgarde und klassischer Moderne, Populär- und Jugendkultur einem Massenpublikum zugänglich machen und dessen Wahrnehmungsfähigkeiten verändern. Sie gelten in dieser Sichtweise als postmoderner Gebrauch des historischen Diskurses der Avantgarde des bewegten Bildes und der Rockmusik selbst, wobei in ihnen die Unterscheidung zwischen populärem Realismus und subversiven Avantgardestrategien, zwischen U- und E-Kultur, zwischen Kommerz und Kunst, zwischen Heute und Gestern als obsolet eingeschätzt und außer Kraft gesetzt wird. Die fragmentarische Bilderzusammenstellung vieler Clips ist als Befreiung von etablierten gesellschaftlichen Darstellungs- und Deutungsmustern (der Narration, der Handlung, der Argumentation) gefeiert worden. An ihre Stelle treten assoziative Felder von Anregungen und Spielräumen, die zur individuellen Imagination und Assoziation genutzt werden. Allerdings stehen die Musikvideos im Warenverkehr und funktionalisieren eher die Designwerte der klassischen Avantgarde als Mittel der Werbung denn dass sie das ästhetische Programm der Vorläufer aufgriffen.