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Mutual Film Corporation

Die Mutual Film Corporation wurde im März 1912 von den „independents“ als Verleihfirma und Gegengewicht zur General Film Co. und zu Carl Laemmles Universal Film Manufacturing Co. gegründet. Erster Präsident der Firma war Harry E. Aitken, John R. Freuler erster Vize; zusammen stellten sie ein Gründungskapital von 2,5 Millionen US-$ durch die Finanziers Crawford Livingston und Otto Kahn bereit. Zu den Firmen unter ihrem Banner zählten Thanhouser, Gaumont, Éclair, Solax, Comet und New York Motion Picture (Kessel und Baumann), gefolgt später von Keystone. Im Oktober 1913 wurde D.W. Griffith als Produktionschef der Firma eingestellt. Noch 1913 wurde die Continental Feature Film Company als Tochter der Mutual gegründet, sie sollte Filme der Reliance verleihen. Im Januar 1914 kam ein Vertrag zwischen Mutual und dem mexikanischen Rebellenführer Pancho Villa zustande, der Mutual die Exklusivrechte an Villas Taten zugestand (es heißt, dass Villa ganze Schlachten so lange aufschob, bis die Mutual-Teams bereitstanden).
Im Mai 1915 kam es zum Bruch zwischen den verschiedenen Gesellschaftern, so dass Griffith, Aitken, Kessel und Baumann absprangen, um die Triangle Film Corporation ins Leben zu rufen. Am 26.2.1916 unterschrieb Charles Chaplin einen Exklusivvertrag mit Mutual und erhielt $670.000. Bis Anfang 1917 drehte er 12 Komödien mit einer Länge von zwei Rollen, ging dann zur First National. Die Mutual fristete noch ein kurzes Dasein, wurde aufgelöst, als Affiliated Distributor’s Corporation am 6.11.1918 einen 51%-Anteil an Mutual erworben hatte.

Literatur: Nelson, Al P. / Jones, Mel R.: A silent siren song: the Aitken brothers' Hollywood odyssey, 1905-1926. New York: Cooper Square Press, distr. by National Book Network 2000.