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mystery film

von engl.: mystery ‚verborgener, versteckter Gegenstand‘, ‚Geheimnis‘ (entliehen über lat. mysterium von griech. mystérion ‚Geheimnis, Geheimlehre‘); der Ausdruck findet sich im Zusammenhang mit einer Detektiv- oder Kriminalgeschichte im Englischen erstmals 1908 bei C.K. Chesterton

Der mystery film zeigt die spannend-lehrreiche Aufdeckung eines Verbrechens und seiner Hintergründe. Dabei rückt die Person der Ermittlerin oder des Detektivs (als beamteter Kriminalist, Privatagent oder Hobby-Ermittler) häufig in den Vordergrund des Interesses (Detektivfilm). Das ‚Geheimnis‘ besteht im Gesamtnexus aus Untat (oder einer Serie von Verbrechen), die durchaus dem Horror-Genre nahestehen kann, eigentlichem Vorgang des Ermittelns und Aufklärens – wozu auch die psychologischen, sozialen oder politischen Hintergründe der Tat gehören können – und dem (durchaus überraschenden) Entlarven, Stellen oder Fangen des Täters und eventueller Komplizen.
Historische Weiterentwicklungen, die insbesondere die Detektivgeschichten betreffen (und diese damit auch als den eigentliche Kern der mystery films bestätigen) sind die detektivischen Varianten des Film Noir, die dessen pessimistisch-zynischen Blick auf die Welt wie auf den Helden übernehmen (etwa The Long Goodbye, USA 1973, Robert Altman), der psychologische mystery film (als dessen Meister Alfred Hitchcock genannt werden kann) und der sogenannte comic mystery film, der einen eher ironisch-humorvollen Blick auf die Usancen des Mörderfangens wirft (wie bei den zahlreichen Miss-Marple-Filmen) oder das mysteriöse Geschehen gleich wie in einem Comic Strip zeigt (Dick Tracy, USA 1990, Warren Beatty; Inspector Gadget, USA 1999, David Kellogg).
Obgleich der mystery film gelegentlich als ein eigenes Genre angesehen wird, findet sich in der angelsächsischen Fachliteratur zunehmend häufiger die Sammelformulierung „detective and mystery film/thriller“.

Literatur: DeAndrea, William L. (ed.): Encyclopedia mysteriosa: A comprehensive guide to the art of detection in print, film, radio, and television. New York: Wiley 1997. – Hardy, Phil (ed.): The BFI companion to crime. London: BFI Publishing 1997. – Seeßlen, Georg: Detektive: Mord im Kino. Überarb. u. aktualis. Neuaufl. Marburg: Schüren 1998 (Grundlagen des populären Films.).
 

Referenzen