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native advertising

dt. etwa: Werbung im bekannten Umfeld

Als native advertising bezeichnet man getarnte Werbung oder Propaganda im Internet sowie in Printmedien, bei denen die Werbeinhalte nur schwer von den Artikeln zu unterscheiden sind, welche die Internetnutzer als Content der Plattform bzw. des Printmediums erkennen; es wird also so platziert, dass es nicht oder nur auf den zweiten Blick als Werbung wahrgenommen wird. Die Absicht der Werbenden ist es, die bezahlte Werbung so zu gestalten, dass diese nicht direkt erkennbar ist. Bei Missbrauch erkennt der Konsument nicht mehr die Werbeabsicht, sondern nimmt die Informationen als vertrauenswürdige, redaktionell geprüfte Informationen. Native advertising umfasst Virales Marketing, darunter insbesondere Videos, Bilder und Musik, aber auch Artikel. Auch das Suchmaschinenmarketing, bei dem Werbeanzeigen gleichrangig mit den (gewohnten und erwarteten) Suchresultaten angezeigt werden, und verschiedene Werbestrategien auf Twitter (bezahlte Tweets, Trends und Personen) und anderen sozialen Netzwerken zählen zum native advertising. Für die Medienpädagogik ist die Heranbildung der Fähigkeit von Nutzern, werbe- und propagandagetragene Informationen von journalistisch kontrollierten Nachrichten unterscheiden zu können, ein Kernproblem, das aus dem sich verändernden Informationsverhalten nach Etablierung des Internets resultiert, für das aber bislang (Stand: 2016) kaum didaktische Konzepte vorliegen.

Literatur: Carlson, Matt: When news sites go native: Redefining the advertising-editorial divide in response to native advertising. In: Journalism 16,7, Oct. 2015, S. 849‑865. – Wojdynski1, Bartosz W.: The Deceptiveness of Sponsored News Articles. How Readers Recognize and Perceive Native Advertising. In: American Behavioral Scientist 60,12, Nov. 2016, S. 1475‑1491. 

Referenzen