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Nebel

(1) Nebel ist eine Wetterbedingung, die den Handlungsraum zu einem unübersichtlichen Terrain macht. Orientierung ist kaum noch möglich, Figuren und Objekte versinken in einer Art von Nichts. Nun kann Nebel bedrohlich sein (wie in zahlreichen Gruselfilmen, die im nebligen Moor spielen, in dem sich Untote, Werwölfe und andere mörderische Gestalten herumtreiben), er kann aber auch Schutz bieten (z.B. für einen Piraten, der sich vor den verfolgenden Fregatten der Gegenmacht im Nebel verbirgt). Nebel kann eine allgemeine Metapher für die Orientierungslosigkeit des Menschen in der Welt sein (wie in einer Schlüsselszene in Michelangelo Antonionis Film Identificazione di una Donna, Italien 1982, oder durchgängig in Theo Angelopoulos‘ Topio stin omichli / dt.: Landschaft im Nebel, Griechenland 1988). Smog-Nebel in Städten dient oft als Hinweis auf Degenerationszustände urbanen Lebens. Nur selten ist Nebel als Akteur verwendet worden – etwa als Nebel, der eine Schiffsmannschaft zur ewigen Wanderung verdammter Seeleute verbirgt, in The Fog (USA 1980, John Carpenter); ein anderes Beispiel ist eine radioaktive Wolke, die sich eingangs von Jack Arnolds Film The Incredible Shrinking Man (USA 1957) über den Helden hermacht und seine beständige Verkleinerung bewirkt.
(2) Nebelbilder wurden im 19. Jahrhundert mit Mehrfachprojektoren durch Überblendung oder gleichzeitige Projektion erzielt. Durch weiche Überblendung verschwanden oder erschienen die Bilder wie im Nebel. Gelegentlich wurde der Effekt auch durch Projektion auf Rauch oder bewegte Gaze bewirkt.
(3) Als Special-Effect wird aus Trockeneis eine Art von Kunstnebel gemacht: Kohlendioxid kann bei -78°C zu einer Art von „Schnee“ gepresst werden; schmilzt er, entstehen Nebelschwaden, die schwerer als Luft sind und darum als eine Art von „Bodennebel“ über den Boden kriechen.

Referenzen