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Neue Filmkunst Walter Kirchner

Die Neue Filmkunst begann ihre Arbeit am 30.1.1953 in Göttingen, wo sie immer noch beheimatet ist. Am gleichen Tag startete Die schmutzigen Hände (1951) – der erste Film, den die Firma in den Verleih genommen hatte – im Frankfurter Luxor-Kino. Der Gründer Walter Kirchner (23.2.1923) hatte seit 1947 den studentischen Filmclub der Universität Göttigen geleitet. Stand zunächst die Vermarktung des Kunstfilms im Zentrum der Programmarbeit – Kirchner ermöglichte u.a. die deutschen Erstaufführungen von solchen Filmen wie La belle et la bête (1946), La dolce vita (1959), Los Olvidados (1950) oder Roma città aperta (1943-45) sowie die Wiederaufführungen von M - eine Stadt sucht einen Mörder (1931) oder Panzerkreuzer Potemkin (1925) –, wurde die Neue Filmkunst neben dem Duisburger Atlas-Verleih zum wichtigsten Verleiher der Filme der verschiedenen Neuen Wellen und des Autorenfilms. Berühmt wurde der Verleih durch die Filmplakate (u.a. von Isolde Baumgart und Hans Hillmann), die an das Design der Plakatkunst der 1920er Jahre anschlossen. Außerdem begann er früh, umfangreiche, oft analytisch interessierte Programmhefte zu den Filmen zu vertreiben. Kirchner versuchte am Ende, die Kette der Lupe-Kinos zu übernehmen, musste aber 1974 Konkurs anmelden. 1976 gründete Kirchner die Lupe GmbH, um die zahlreichen Filmrechte, die ihm verblieben waren, weiter auszuwerten. Lupe vertreibt heute annähernd 200 Filme – neben klassischen Autoren wie Antonioni, Bergman, Fellini und Pasolini finden sich zahlreiche klassische Repertoire-Einzelwerke; die Filme der Nouvelle Vague sind dagegen nicht mehr im Programm. Außerdem betreibt Lupe noch drei Einzelkinos (Göttingen, Köln, München; Stand: 2002).