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Neuer deutscher Frauenfilm

In Anlehnung an den Neuen deutschen Film benannte bundesdeutsche Stilrichtung der späten 1970er und frühen 1980er Jahre, aber kein unbedingt diesem ähnelndes Phänomen. Zwar geht auch der Neue deutsche Frauenfilm vom Autorenkonzept aus und entwickelt sich aus dem Jungen deutschen Film, aber er hat es nicht nötig, mit „Opas Kino“ abzurechnen. Vielmehr steht er, als Neubeginn spezifisch weiblichen Filmschaffens, im Zeichen der Frauenbewegung. Wenn er sich überhaupt auf die Vergangenheit bezieht, dann ganz anders als der „Frauenfilm“, das von Männern gemachte Melodrama für ein weibliches Publikum. Die meisten Werke des Neuen deutschen Frauenfilms sind einem feministischen Standpunkt verpflichtet, wenn auch mit unterschiedlicher Akzentuierung und Militanz. Ästhetische Radikalität, subversives kritisches Bewusstsein und die gegen sie waltenden sexistischen Vorurteile haben es den Regisseurinnen der Welle nicht leicht gemacht, sowohl Förderung wie kritische und kommerzielle Anerkennung zu erlangen. Ihre Werke sind daher meist billiger produziert und insgesamt weniger zahlreich als die ihrer männlichen Kollegen.

Beispiele: Die allseits reduzierte Persönlichkeit (1977, Helke Sander); Bildnis einer Trinkerin (1979, Ulrike Ottinger); Deutschland, bleiche Mutter (1979, Helma Sanders-Brahms); Hungerjahre – in einem reichen Land (1980, Jutta Brückner).