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newspaper film

engl.; auch: reporter film; manchmal auch: journalism drama

Das Genre des Reporterfilms wurde bereits in den USA der 1930er Jahre gepflegt, um Hektik und Technik der Moderne zu feiern. Hauptfiguren sind Journalisten beiderlei Geschlechts, die ihre Profession als Aufklärer, Weltverbesserer, Moralisten, abgebrühte Zyniker oder aufgeregte Klatschkolumnisten ausüben. Als Schauplatz dient oft die Berufswelt des Großraumbüros, das einerseits Gelegenheit bietet, einen Querschnitt durch verschiedene soziale Schichten der Großstadt zu legen, das sich andererseits durch eine spezifische Atmosphäre auszeichnet: Hier wird viel zu viel, viel zu schnell und in einem besonderen Jargon gesprochen (The Front Page, 1931, Lewis Milestone). Bevorzugte Handlungsmuster und Motive sind Karrierestories und Konkurrenzkämpfe und natürlich immer wieder Liebesgeschichten in Form von Screwball Comedies (wie It Happened One Night, 1934, Frank Capra, oder His Girl Friday, 1940, Howard Hawks). Viele Reporterfilme kommen als Abenteuer-, Kriminal- oder Kriegsfilme daher (wie Michael Winterbottoms Welcome to Sarajevo, 1997). Andere, realistischere Varianten sind als Milieustudien konzipiert, die immer wieder den Anspruch auf Systemkritik erheben und vor der ungezügelten Macht der Massenmedien warnen (oder gerade umgekehrt die Presse als „vierte Macht“ feiern wie in All the President‘s Men, 1976, Alan J. Pakula).

Referenzen