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New World Pictures

Nach einem ersten, allerdings erfolglosen Versuch in den 1960er Jahren, eine eigene Produktions- und Verleihfirma aufzuziehen (unter dem Namen The Filmgroup), gründete der Regisseur und Produzent Roger Corman mit seinem Bruder Gene Corman 1970 die New World Pictures. Die Firma konzentrierte sich auf teenpics und auf Exploitations-Filme. Die Filme wurden fast ausschließlich als Low-Budget-Produktion realisiert. Die Firma wurde bekannt, weil sie Nachwuchstalente wie Jonathan Demme, Paul Bartel, John Sayles, Allan Arkush, Peter Bogdanovich und Joe Dante und feministische Kultfiguren wie Stephanie Rothman oder Barbara Peters unter Vertrag hatte. Von Beginn an war New World Pictures als eine bizarr anmutende Mischung feministischer Politik, antikapitalistischer Rhetorik, parodistischer Formen und Sexploitation bekannt. Einige Genres wurden neu entwickelt – wie der nurse film (z.B. The Student Nurses, 1970, der erste Film der Firma, mit seinen vier Sequels) oder der matriarchal rural chase film (wie Big Bad Mama, 1974) –, andere wiederentdeckt wie der Biker-Film, der Frauen-Gefängnis-Film oder der „ökologische Terrorfilm“ (wie Dantes Piranha, 1978, oder Barbara Peters‘ Humanoids from the Deep, 1980). Eine ganze Reihe Filme wurden in Billigproduktionsländern wie den Philippinen gedreht. Außerdem übernahm die Firma den US-Verleih europäischer Kunstfilme wie Bergmans Cries and Whispers (1973) oder Fellinis Amarcord (1974). Corman verkaufte die Firma 1983 – kurze Zeit später stellte sie ihre Arbeit ein.