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nudie

Die Rede von nudie (auch: nudie cutie) kann sich seit den 1940er Jahren auf unbekleidete Personen, Fotos von solchen wie kinematographische Abbildungen von ihnen beziehen. Bereits in den 1930er Jahren war nudie im Amerikanischen für Striptease- und Varieté-Shows (burlesques) gebräuchlich, und so erklärt sich auch die fast immer vorhandene filmbegleitende verharmlosend-humoristische Komponente (dt. gelegentlich auch ‚Nacktfilm‘ oder gar ‚Nackedeifilm‘). Russ Meyer, einer der Vorreiter des Sexfilms, begann als Regisseur mit der Verfilmung von Varieté-Nummern aus Burlesken des El Rey-Theaters in Oakland, Kalifornien (The French Peep Show, USA 1957). Einige Autoren verwenden nudie synonym mit skin flick, für andere ist der Ausdruck gleichwertig mit jedem filmischen Produkt „für Erwachsene“, das Nacktheit und sexuelle Handlungen zeigt, also gleichwertig mit ‚pornographischer Film‘ oder kurz ‚Porno(film)‘, wie er in speziell dazu vorgesehenen Kinos gezeigt wird (oder, wie man inzwischen korrekter sagen muss, gezeigt wurde). Dieser Gebrauch erweitert allerdings den engeren filmgeschichtlichen Hintergrund insoweit, als visuelle Darstellungen sexueller Handlungen zwischen Personen nicht Thema der nudies im eigentlichen Sinn ist. Nudies hatten, eben weil sie in Kinos gezeigt werden konnten, eine größere Öffentlichkeit als die ihnen vorausgehenden sogenannten Stag-Filme, die vornehmlich auf „Herrenabenden“ vorgeführt wurden. Als prototypischer Beleg für einen nudie wird häufig Russ Meyers früher Schwarzweißfilm The Immoral Mr. Teas (USA 1959) genannt, in dem der Protagonist nach einer Zahnbehandlung unter Narkose plötzlich alle Menschen um sich her nackt sieht (im Übrigen eine Vorstellung, die Anbieter von „Röntgenbrillen“ bis heute sporadisch immer wieder einmal zu bewerben versuchen). Nudies sind immer auch exploitative Filme (Sexploitation), indem sie unter massivem Vorgehen nach dem sogenannten „tits and asses“-Prinzips ein Maximum an Gewinn beim Einsatz minimalster Mittel zu ziehen versuchen.

Referenzen