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Nunsploitation

Spezielle Form des Exploitationsfilms, in dem Nonnen in ihrer charakteristischen Ordenstracht eine Rolle spielen. Dabei werden je nach Zielpublikum in unterschiedlicher Dosierung Verstöße gegen die Klosterregeln und kirchlichen Gelübde sowie verbotene sexuelle Handlungen (Masturbation, Fetischismus, lesbische Liebe, sadomasochistische Spielereien, Sex mit Priestern, lüsterne Äbtissinnen, Verführung von Klosterschülerinnen bzw. Novizinnen, Schwarze Messen und satanistische Riten) in Klöstern, Kirchen oder an anderen Orten mit sakraler Bedeutung geschildert. Der Bogen spannt sich dabei von bloßem fetischistischen Porno- und Sex-Trash über Adaptionen literarischer Stoffe auf verschiedenen Niveaus wie z.B. La Monaca del Peccato (Italien 1986, Joe D’Amato) nach Diderot oder Intero di un Convento (aka: Unmoralische Novizinnen, Italien 1977, Walerian Borowczyk) nach Stendhal über Motivaneignungen (der Romeo-und-Julia-Plot in Le Scomunicate di San Valentino, Italien 1973, Sergio Grieco) bis zu einem Sakrileg auf hochkultureller Ebene wie in Luis Buñuels surrealistischem Meisterwerk Viridiana(Spanien/Mexiko 1961).
Ob man allerdings eine erfolgreiche Gangster- und Verkleidungskomödie wie Nuns on the Run (Großbritannien 1990, Jonathan Lynn) unter ‚cross dressing‘ verbuchen und zur Nunsploitation rechnen soll, bleibt wohl persönliche Geschmackssache.

Referenzen