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Nurseploitation

Kofferwort aus engl.: nurse = Krankenschwester + exploitation = Ausbeutung

Das psychoanalytisch aufschlussreiche Motiv von der „dienenden Machtausübung“ durch eine Krankenschwester gegenüber einem vorgeblich „hilflosen“ und „hilfsbedürftigen Person“ wird ähnlich wie das des Hausmädchens oder des Butlers in zahlreichen Filmen ausgebeutet, die – ähnlich wie bei den Nonnen in der Nunsploitation – Uniformen und medizinischer Berufsbekleidung eine sexuell-fetischistische Komponente verleihen. Bereits Roger Altman wusste in seiner Vietnamkriegs-Satire M.A.S.H. (USA 1970) die duschende Sanitätsoffizierin den spätpubertären Späßen – und dem Blick – ihrer männlichen Kollegen auszusetzen. Insbesondere in den 1970er Jahren bekam Nurseploitation genrehafte Züge mit Werken wie Private Duty Nurses (USA 1971, George Armitage), The Young Nurses (USA 1973, Clint Kimbrough) – letzterer in den 1990er Jahren dann mit Candy Stripe Nurses (USA 1974, Alan Holleb) in der Video-Reihe „Roger Corman Classics“ veredelt –, sowie Tender Loving Care (USA 1974, Don Edmonds); daneben finden sich auch europäische Produktionen (L‘Infermiera di Campagna, aka: Emmanuelle in the Country (Italien 1978, Mario Bianchi).
In seiner expliziteren sexuellen Spielart ist Nurseploitation auch ein Spezialgenre des Pornofilmgewerbes.

Materialien: Schwartz, Carol / Olenski, Jim (eds.): VideoHound’s cult flicks & trash pics. 2nd ed., Detroit: Visible Ink Press 2001 [2002].

Referenzen