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Oeuvre

Nach dem Postulat der Autorentheorie findet sich im Werk einzelner Regisseure eine nur ihnen besondere Charakteristik oder eine „Handschrift“, die sie vom Werk aller anderen abhebt und die ihre Arbeiten als „Oeuvre“ umgreift. Trotz der kollektiven Produktionsweise von Filmen ist Stil, Erzählweise, Haltung und Moral der Filme eines Autoren-Regisseurs die Einprägung einer spezifischen Haltung, eines besonderen Gestaltungswillens und eines spezifischen Umgangs mit Stoffen, Erzählweisen und Publika. So spricht man vom „Lubitsch Touch“ (nach einem Buchtitel von Herman G. Weinberg). Natürlich kann vom besonderen Werk abgesehen werden, die Charakteristik ist übertragbar und geht so über den „personalen Stil“ hinaus. Man attestiert z.B. das „Fellineske“ in einem Film (wenn etwa Juraj Jakubisko als „Fellini der CSSR“ bezeichnet wurde), spricht von „hitchcockianischen Zügen“ eines Werks (etwa bei diversen Filmen von Brian de Palma) und dergleichen mehr.
Neben dieser der Autorentheorie verpflichteten Redeweise ist „Oeuvre“ oft auch neutral als Bezeichnung für alle Filme eines Regisseurs, eines Kameramanns, eines Schauspielers etc. gebraucht. Als Ehrung für das Lebenswerk eines Regisseurs vergibt das American Film Institute seit 1973 den „Life Achievement Award“, um solche Personen der Filmkultur auszuzeichnen, die einen wesentlichen Beitrag zur amerikanischen Kultur geleistet haben. Ähnliche Ehrungen vergeben inzwischen eine ganze Reihe anderer Institutionen. 
 

Referenzen