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Outlaw

engl., wörtl.: der außerhalb des Gesetzes Stehende; meist: „Gesetzloser“

Figur oder Figurenkollektiv. Im Zentrum steht eine Person oder eine kleine Gruppe, die sich selbst außerhalb des Gesetzes gestellt hatte (wie Bonnie and Clyde, USA 1967, Arthur Penn) oder die geächtet wurde oder auf der Flucht ist und aus der Situation von Verfolgung und Unbehaustheit heraus weitere kriminelle Taten begeht (wie Jesse James, USA 1939, Henry King, und die zahlreichen anderen Adaptionen des Stoffs). Manche Outlaws sind gleichzeitig Anwälte der Gerechtigkeit und Wohltäter der Armen (man denke insbesondere an den Robin-Hood-Stoff); andere wiederum erreichen Kultstatus durch ihre Tollkühnheit und Selbstbestimmtheit auch im nichtkriminellen Verhalten. Die Figur des Outlaw tritt bevorzugt in den Genres Western, Krimi oder Roadmovie auf, oft als Konstellation von Freunden oder als Freundinnenpaar, aber auch in Liebesgeschichten, die in diesem Fall meist von einer tragischen Liebe erzählen (man denke an den deprimierenden Fortgang der Geschichte in Alain Tanners Messidor, Schweiz 1979).
Den Outlaw-Figuren gegenüber stehen die Funktionsfiguren des Aussteigers, die aus innerer Überzeugung ihre sozialen (oft auch zivilisatorischen) Bindungen aufkündigt, ohne das Gesetz zu übertreten, sowie die des Absteigers, deren Außenseitertum mehr auf soziale und weniger auf juristische Gegebenheiten fußt.

Literatur: White, Richard: Outlaw Gangs of the Middle Border. American Social Bandits. In: Western Historical Quarterly 12,4, Oct. 1981, S. 387-408.
 

Referenzen