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Oyama

auch: Onnagata

Im frühen 17. Jahrhundert war Frauen wegen des Vorwurfs der Prostitution bzw. des Kurtisanentums von Staats wegen das Auftreten in Theaterrollen untersagt worden. Im japanischen Kabuki-Theater wurden daher Frauenrollen typischerweise von Männern gespielt, bis in das 1. Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts hinein sogar obligatorisch. Die Schauspieler blieben zumeist trotz starker Schminke als Männer zu erkennen. Das Konzept wurde gelegentlich auch auf den japanischen Film übertragen, so etwa in Norimasa Kaeriyamas Sei no Kagayaki (The Glory of Life, 1918/19). Mit der Übernahme von westlichen Techniken insbesondere des Hollywoodfilms, wie z.B. der Nahaufnahme, die das Konzept offenbar allzu unglaubwürdig machten, wurde der oyama/onnagata in den 1920er Jahren durch Schauspielerinnen ersetzt.
Als Gegenstück zum oyama/onnagata gab es in den 1910er bis gegen Ende der 1920er Jahre (sog. Taishô-Zeit) die beliebten Takarazu-Revuen, in denen alle Rollen ausschließlich von Frauen gespielt wurden. Die männlichen Parts darin hießen otokoyaku

Literatur: Bernardi, Joanne: Writing in light: the silent scenario and the Japanese Pure Film Movement. Detroit: Wayne State University Press 2001, S. 53-56.
 

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