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Panavision

Der amerikanische Kamera- und Optikhersteller Panavision, Inc. wurde 1953 von Robert Gottschalk gegründet. Bekannt geworden u.a. durch seine hervorragenden anamorphotischen Linsen – vor allem das Panavision Super Panatar, die oft „Gottschalk Lens“ genannt wurde –, die den Siegeszug der CinemaScope-Technik wohl erst ermöglichten. Sie wurden auch in der von MGM so genannten „Camera 65“ (später: Panavision 65, Ultra-Panavision) verwendet, die zuerst in den Dreharbeiten zu Raintree Country (1957) eingesetzt wurde und sich auch in Ben Hur (1959) bewährte. Gottschalk stellte 1972 die ersten Typen der Panaflex-Kamera (von: Panavision Reflex) vor, es folgte der Panaglide Floating Camera Mechanism; Gottschalk erhielt 1978 einen technischen Oscar für die beste Weiterentwicklung des Panavision-Systems. So kontinuierlich das Engagement Panavisions in Kamera- und Objektiv-Technik gewesen ist, so bunt ist die Firmengeschichte: Schon 1965 kaufte der Produzent Sy Weintraub die Firma auf (Gottschalk bleib aber deren Präsident). Drei Jahre später ging sie in den Besitz von Kinney National Service, Inc. über, die sie 1985 an den Chicagoer Zeitungstycoon Frederick Field verkauften. 1988 schließlich übernahm der englische Konzern Lee International das Traditionsunternehmen für 100 Millionen US-$.
Die Bezeichnung „Panavision“ wird heute häufig gleichbedeutend für Scope-Format benutzt. Steht im Abspann eines Filmes „filmed on Panavision“, bezieht sich das auf die Kameraausstattung, vergleichbar mit „filmed on Arri“, dem deutschen Kamerahersteller; steht hingegen „filmed in Panavision“, ist das anamorphotische Widescreen-Format gemeint.

Literatur: Henderson, Scott: The Panavision story. In: American Cinematographer 1977, S. 414-415, 422-423, 432-433.