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Pantomime (1)

In der Frühzeit der Kinematographie verglichen Journalisten und Autoren den stummen Film immer wieder mit der Pantomime, nannten ihn gar eine ’Erweiterung’ der Mimenkunst. Sie bedachten dabei nicht, dass der Mime freiwillig auf das gesprochen Wort verzichtet, der Kinematograph bis zur Einführung des Tonfilms aber aus technischen Gründen ’schweigt’, obwohl die Darsteller auf der Leinwand ausgiebig die Lippen bewegen. Theaterfachleute erkannten damals den Unterschied: Der Film gebe die Realität wieder, während die Pantomime nur so tue, in Wirklichkeit aber kunstfertig nachgestelltes Leben zeige.

Literatur: Lenk, Sabine: Théâtre contre cinéma. Die Diskussion um Kino und Theater vor dem Ersten Weltkrieg in Frankreich. Münster: MAkS Publikationen 1989, Kap. 6. – Mayer, David: Victorian Pantomime on Twentieth-Century Film. In: Victorian pantomime, A collection of critical essays. Ed. by Jim Davis. New York [...]: Palgrave Macmillan 2010, S. 201‑215.