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Pantomime (2)

Das Schauspiel des frühen Film lehnte sich in vielen Zügen an die Theaterformen der Pantomime an, wobei es vor allem in der Komödie eigene Formen entwickelte, auch wenn die Ursprünge im theatralen Spiel immer erkennbar blieben. Insbesondere Buster Keaton, Charlie Chaplin und Harold Lloyd werden oft als Meister des pantomimischen Auftritts im Film angesehen; man denke etwa an die pantomimischen Einlagen in Chaplins Modern Times (1936). Der berühmteste Pantomimen-Film bis heute ist Marcel Carnés Les enfants du paradis (Frankreich 1945) mit dem Darsteller Jean-Louis Barrault. Auch andere Pantomimen hatten Filmauftritte (wie Marcel Marceau, der in Mel Brooks‘ Stummfilm-Hommage Silent Movie [1976] der einzige Darsteller war, der ein Wort spricht – „Non!“), wobei die Auftritte meist klar als theaterhafte Auftritte in die Handlung eingefügt sind und dann als Mittel der verfremdenden Reflexivität wirken.

Manchmal sind auch Cartoon-Figuren wie Goofy oder vor allem der Hund Pluto (aus dem Micky-Maus-Universum) mit dem Ausdrucksrepertoire der Pantomimendarsteller in Verbindung gebracht worden.

 Literatur: Lust, Annette: Bringing the body to the stage and screen. Expressive movement for performers. Lanham, Mad.: Scarecrow Press 2011. – Piccardi, Carlo: Pierrot at the Cinema. The musical common denominator from pantomime to film. Part III. In: Music and the Moving Image 6,1, Spring 2013, S. 4‑54.