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Pathé Frères

heute: Pathé

Am 28.9.1896 gründete der Elsässer Charles Pathé mit seinen drei Brüdern Émile, Théophile und Jacques die Société Pathé Frères. Théophile und Jacques stiegen jedoch bald wieder aus und so führte Charles Pathé das Unternehmen mit seinem Bruder Emile weiter. Sie benannten sich um in Pathé Frères und teilten die Bereiche der Firma auf: Émile übernahm den Verkauf der Phonographen, Charles den Verkauf der Filmprojektoren. 1900 ging Pathé vom Verkauf der Filmgeräte über zur Produktion von Filmen. Er hatte allerdings weniger Interesse an den Filmen selbst als vielmehr an deren Vermarktung. So engagierte er zunächst Ferdinand Zecca, der bereits bei etlichen Kurzfilmen Regie geführt und vor der Kamera gestanden hatte. Er sollte die ersten Filme der Firma inszenieren. Nach kurzer Zeit stand Pathé Anfang des 20. Jahrhunderts weit oben am Weltmarkt der Filmproduktionen und betrieb zudem eine eigene Kinokette. Tochterfirmen wurden 1902 in London, 1904 in Wien und ab 1910 in Madrid, Moskau, Rom, New York und Japan gegründet.
1929 übernahm Bernard Natan die Pathé-Studios, die bis zur Pleite (u.a. beeinflusst durch eine antisemtische Kampagne gegen den neuen Vorsitzenden) Pathé-Natan hießen. Zwischen 1940 und 1990 entstanden hieraus die Société Nouvelle Pathé Cinéma. Im Jahr 1990 wurde Pathé von Chargeurs gekauft und fusionierte bald darauf mit dem aktuell größten französischen Medienkonzern, Vivendi. Auch heute noch produziert das Unternehmen Pathé für den Weltmarkt Filme und Musik, wenn auch nicht mehr mit dem überragenden Erfolg der ersten Jahre.

Homepage: http://www.pathe.com/site/core.php?page=1.1.

Literatur (zur Frühgeschichte): Kermabon, Jacques (sous la dir. de): Pathé. Premier empire du cinéma. [Katalog.] Paris: Centre National d'Art et de Culture Georges Pompidou 1994. – Le Forestier, Laurent: Aux sources de l'industrie du cinéma. Le modèle Pathé, 1905‑1908. Paris [...]: L'Harmattan 2007. – Marie, Michel (sous la dir. de): La firme Pathé Frères, 1896‑1914. [...] Paris: Association Française de Recherche sur l'Histoire du Cinéma 2004.