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Philips-Miller-Verfahren

selten auch: Philimil-Verfahren (nach Philimilals Bezeichnung für den beschriebenen Filmstreifen)

Ein Verfahren, das wie das Schallplattenverfahren in der Aufzeichnung mechanisch abläuft, indem ein Filmstreifen, der eine undurchsichtige dünne aus Gelatine bestehende Deckschicht trägt, mit einem V-förmigen Spachtel bzw. Schneidstichel mehr oder weniger breit abgeschabt wird. Dieser Filmstreifen kann abphotographiert und bei der Projektion als Lichtton (in Doppelzackenschrift) umgesetzt werden. Das Verfahren wurde von dem amerikanischen Ingenieur J.A. Miller entwickelt (1931) und von den Forschungslaboratorien der N.V. Philips' Gloeilampenfabrieken (Eindhoven) bis 1937 produktreif gemacht. Es gewann einigen technischen Respekt, konnte sich aber nicht durchsetzen. Zwar requirierte die BBC 1939 einige Philimil-Geräte. Musterte sie 1945 aber aus; 1963 wurden die letzten Philimil-Streifen auf Band überspielt (sie wurden kurz darauf durch einen Brand zerstört). 

Literatur: Vermeulen, R.: The Philips Miller System of Sound Recording. In: Philips Technical Review1, April 1936, S. 107-114. – Vermeulen, R.: The Philips-Miller method of recording sound. In: Journal of the Society of Motion Picture Engineers30, 1938, S. 680-193.