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Phonoscope

Am 3.3.1892 patentierte Georges Demenÿ – ein Assistent E‑J. Mareys – das Phonoscope, mit dem man eine Glasplatte (Durchmesser: 42cm), auf der die Chronophotographien aufgebracht waren, mittels einer starken Molteni-Lampe projizieren konnte. Der Apparat wurde erfolgreich auf der Exposition Internationale de Photographie de Paris (1892) präsentiert. Marey weigerte sich, mit Demenÿ eine größere Produktion des Apparats aufzunehmen, so dass sich Demenÿ selbständig machte und einen Schläger- bzw. Greifermechanismus erfand, mit dem er frühe Filmstreifen transportieren konnte. Ab 1894 produzierte er mehr als 100 Phonoscope Scènes. Er stellte sein Verfahren Lumière vor, der aber nicht interessiert war. Am 22.8.1895 wurde ein Vertrag mit Léon Gaumont geschlossen, in dessen Folge der Apparat als Bioscope auf den Markt kam; anfangs verwendete man unperforierten 60mm-Film. Gegenüber den Cinématographe-Kameras und -Projektoren erwies sich das Verfahren aber als nicht durchsetzungsfähig, so dass das Unternehmen finanziell kollabierte. Gaumont führte die Produktion nun für perforierten 35mm-Film noch einige Jahre weiter fort (als Biographe Ciné Camera).

Literatur: Demeny, Georges: Les Origines du cinématographe. Paris: H. Paulin 1909. – Lettres d'Etienne‑Jules Marey à Georges Demeny, 1880‑1894. Ed. par Thierry Lefebvre, Jacques Malthête, Laurent Mannoni. Paris: AFRHC‑Bibliothèque du Film 2000. – Genard, Paul: Cinema, d'ou viens‑tu? Evolution d'une technique, naissance d'un art. Lyon: Centre régional de recherche et de documentation pédagogiques de Lyon 1975.