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poetisches Kino

manchmal auch: „poetischer Stil“

In der russischen Filmkultur eine Bezeichnung für Filme, die sich einer ungewöhnlichen Filmsprache bedienten und mehr von Bildern, malerischen Farb- und Lichtkonstellationen, Plastik, Musik, Tanz als von der Rahmenhandlung und Charakteren lebten. Als Begründer der ‚Poetischen Schule‘ gilt Sergej Paradjanov mit seinen Filmen Tini zabutykh predkiv (dt.: Schatten vergessener Ahnen, 1964), Ashugi Qaribi (Ašik-Kerib, 1988), Sajat nova (dt.: Die Farbe des Granatapfels, 1969) usw. Die Bezeichnung des ‚Poetischen Stils‘ ist auch oft auf die Filme von Tarkovskij angewendet worden, wobei man damit seine mystischen Details, Träume und phantastische Filmlandschaften meinte. Als grundlegende Handlungslinie der Filme des poetischen Kinos dient häufig ein folkloristisches Märchen, die Handlung vollzieht sich in einzelnen Sentenzen, die weitgehend unabhängig voneinander sind und jeweils in sich ein Ganzes bilden. In der ehemaligen UdSSR diente die poetische Sprache als einzige Möglichkeit, sich dem Schema des Sozialistischen Realismus zu entrinnen.