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Polaroid-Verfahren

auch: Sofortbildverfahren

(1) Sofortbildkameras sind meistens Sucherkameras, die im Gegensatz zu Kleinbild-Sucherkameras nicht eine Filmrolle, sondern ein Paket mit gestapelten Filmblättern (Format 78x7mm oder 79x91mm), den Integralfilm, verarbeiten. Beim Integralfilm sind Negativ, Positiv und Fixierentwickler zu einem Blatt zusammengefasst und werden gemeinsam entwickelt. Im untersten Bereich des Filmblattes befinden sich bei Farbaufnahmen drei Negativschichten, die jeweils nur für eine Farbe (Rot, Grün oder Blau) lichtempfindlich sind; bei Schwarzweißaufnahmen enthält das Blatt nur eine SW-Negativschicht. Die darüber liegenden Schichten sind in beiden Fällen zunächst völlig transparent. Bei der Aufnahme werden die Negativfarbschichten durch die transparenten Schichten hindurch belichtet. Nach der Aufnahme wird das Filmblatt mit einem elektromotorischen Antrieb durch zwei Walzen gezogen. Dadurch werden die Entwicklerchemikalien aus Vorratskapseln im Film ausgepresst und zwischen den Negativ- und Positivschichten gleichmäßig verteilt (Silbersalzdiffusionsverfahren). Die Chemikalien enthalten neben den für die Entwicklung erforderlichen Substanzen („Fixierentwickler“) eine lichtundurchlässige Substanz. Sie bildet zunächst eine Deckschicht und sorgt dadurch dafür, dass kein Licht mehr zu den Negativschichten gelangen kann. Das älteste derartige Verfahren ist das Polaroid-Land-Verfahren, das 1947 vorgestellt wurde; es benötigte etwa 10sec für die Entwicklung eines SW-Bildes, etwa 50sec für ein Farbpapierbild (in einem Polacolor genannten Verfahren).
(2) Während beim Integralfilm Positiv und Negativ auch nach der Entwicklung eine Einheit bilden, wird beim 1975 durch Kodak vorgestellten Trennbildverfahren nach der Entwicklung die Bildempfangsschicht von den übrigen Schichten abgezogen. Damit wird das Positiv vom Negativ getrennt, wobei das Negativ als Abfall zurückbleibt. Im Unterschied zum Integralfilm wird der Film von der Rückseite her belichtet. Das Trennbildverfahren findet bei Filmmaterial für professionelle Kameras Anwendung (und ist z.B. in der Passbildfotografie bis heute verbreitet). Die Filme werden als Packfilme geliefert und passen in die zumeist auswechselbaren Filmmagazine von Studiokameras.