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Poliziottesco

auch als Plural: Poliziottesci; fälschlich manchmal auch: Poliziottescho; ital. Kunstwort, abgeleitet aus: poliziesco (etwa: polizei-esk)

Bezeichnung für ein italienisches Subgenre des Polizei- und Kriminalfilms aus den späten 1960ern bis in die frühen 1980er. Nach italienischen Vorläufern (u.a. Banditi a Milano, 1968, Carlo Lizzani) und der Anregung durch die „harten“ amerikanischen Krimis der frühen 1970er (u.a. Dirty Harry, 1971, The French Connection, 1971, Serpico, 1973) entstand in Italien ein eigener, sehr populärer Zyklus von Polizeifilmen. Regisseure wie Fernando Di Leo und Umberto Lenzi und Schauspieler wie Maurizio Merli, Fabio Testi und Tomas Milian, zudem eine ganze Reihe von Regisseuren und Akteuren des Italo-Westerns waren an mehr als 100 Filmen des kleinen Genres beteiligt. Die Filme korrespondierten der sich verändernden italienischen Gesellschaft der 1970er Jahre - der Rezession, der zunehmenden Kleinkriminalität in den Städten, der terroristischen Aktivitäten der „roten Brigaden“ und der Neofaschisten. Durch die Bank zeichneten sie sich durch die meist explizite Austragung von Konflikten als Gewalthandlungen sowie durch Schockbilder aus, die schon an den Splatterfilm erinnern. Zu den bemerkenswerten Filmen der Reihe gehören Città violenta (1970, Sergio Sollima) über einen von Charles Bronson gespielten Killer, der von seiner Organisation erraten wird, La polizia incrimina la legge assolve (1973, Enzo G. Castellari) über einen Kommissar, der einer Drogen-Organisation auf die Spur kommt, die Entführungsgeschichten Cani arrabbiati (1974, Mario Bava) oder Milano odia: la polizia non può sparare (1974, Umberto Lenzi) über einen psychopathischen Kleinkriminellen, der die Tochter eines Industriellen entführt, Il giustiziere sfida la città (1975, Umberto Lenzi) über einen Bandenkrieg, Uomini si nasce poliziotti si muore (1976, Ruggero Deodato) über eine Spezialeinheit der Polizei, deren Beamte undercover arbeiten, Roma a mano armata (1976, Umberto Lenzi) über einen Kommissar, der einen psychopathischen Killer jagt, Da Corleone a Brooklyn (1979, Umberto Lenzi) über einen Polizisten, der einen Kronzeugen, der gegen einen Mafiaboss aussagen soll, nach Amerika bringen soll, und schließlich Luca il contrabbandiere (1980, Lucio Fulci) über einen Schmugglerkrieg in Neapel.

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