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prank film

auch: prank comedy; short gag film; von engl.: prank „Streich, Posse, Trick“; ein prankster ist jemand, der gern auf Kosten anderer Schabernack treibt

Filmhistorischer Ausdruck für eine Entwicklungsphase der Komödie, insbesondere der Stummfilmkomödie, die in ihren frühen, ursprünglich in einer einzigen Einstellung abgedrehten Kurzfilmen pranks in den Mittelpunkt stellte. Dabei überziehen junge Übeltäter (rascals) oder asoziale Tricksterfiguren ihre Umwelt mit Dumme-Jungen-Streichen, deren Auswirkungen sie – und natürlich die Zuschauer – wie Max & Moritz bei Wilhelm Busch mit kindlicher Schadenfreude genießen. Das widerspenstige Kind, der ungeratene Jugendliche und der listige, verschlagene Großvater zählen fortan zu den stock characters dieses Komödientyps. Die zahlreichen prank-zentrierten Abenteuer etwa der Keystone Kops entwickeln sich auf der Grundlage einer Actio-Reactio-Struktur, die als „ziehharmonikaartig“ beschrieben worden ist: auf den prank folgt die Bestrafung, die durch Verfolgungsjagden verzögert zu werden pflegt.

Beispiele: Grandma and the Boys (1900); Maude's Naughty Little Brother (1900); The Boys Think Have One on Foxy Grandpa, But He Fools Them (1902); Mischievous Willie's Rocking Chair Motor (1902); Pulling Off the BedClothes (1903); A Boarding School Prank (1903); See the Point?, 1908; A Strong Revenge (1913); The Deacon Outwitted (1913). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich bei Titeln wie Pranks of Buster Brown and His Dog Tige (1904), Pranks of a Mischievous Kid (1909) oder Lively Pranks with a Fake Python (1908) um genreindizierende Beschreibungstitel späterer Filmografie handelt.

Literatur: Gunning, Tom: Crazy machines in the garden of forking paths: mischief gags and the origins of American film comedy. In: Karnick, Kristine Brunovska / Jenkins, Henry (eds.): Classical Hollywood comedy. New York: Routledge 1995, S. 87-105.

Referenzen