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private eye film I: Bestimmung

Seitenform: unofficial-detective film; Subgenre des Detektivfilms mit engem Bezug zum Film Noir; der Ausdruck „private eye“ (wörtlich ‚privates Auge‘) wird seit den 1930er Jahren im Englischen umgangssprachlich für „private detective“ verwendet und meint einen nicht-beamteten und nicht in hoheitlichem Auftrag handelnden Detektiv, Ermittler oder Nachrichtenbeschaffer, womit er sich von einem nahen Verwandten, dem unofficial detective unterscheidet, der zwar bestallt ist, jedoch nicht ermitteln darf, weil er nicht zuständig, befangen oder vom Dienst suspendiert ist

Bereits 1850 gründete der amerikanische Kriminalist Allan Pinkerton das nach ihm benannte Detektivbüro und verwendete als Firmenlogo das Auge. Im Deutschen wird zur – eher negativen – Charakterisierung dieses Berufs statt des Auges wie beim Hund die Spürnase herangezogen und vom ‚Privatschnüffler‘ gesprochen. Da dem Tun des Privatdetektivs in den einzelnen Staaten unterschiedlich enge Grenzen gezogen sind und diese im Einzelfall recht schnell überschritten werden können, ist seine Tätigkeit beim Ausforschen oft recht nah an Formen von Spionage oder gar kriminell.
Das Heimatland des Privatdetektivs ist Amerika. Hier haben sich in Literatur und Film mit Vertretern wie Dashiell Hammetts Sam Spade oder Raymond Chandlers Philip Marlowe leitende Charakterisierungen von Verhaltensformen herausgebildet. Der trinkfeste „private eye“ kann unsozial und verschlossen sein, gar antisozial bis hin zur Kauzigkeit, obgleich die Frauen ihn lieben. Stets verfolgt er seine Prinzipien wie Gerechtigkeit und Wahrheit als selbstsicherer „tough guy“ und einsamer Wolf stur und kompromisslos, ohne Rücksicht auf Gefährdungen des eigenen Lebens. Darum ist er selten wirklich wohlhabend, lebt eher bescheiden und muss stets bemüht sein, seinen potentiellen Kunden und Kundinnen eine Fassade bürgerlicher Wohlanständigkeit vorzugaukeln. Insoweit entspricht der „chandlereske“ Held einem typischen Film Noir-Helden. „Private eye“-Filme zentrieren die Welt ihrer moralischen Werte um Merkmale wie Rechtschaffenheit vs. Korrumpierbarkeit, Einsicht vs. Unwissenheit, Treue vs. Betrug, Unabhängigkeit vs. Abhängigkeit, hartnäckige Beständigkeit vs. schnelle Aufgabe, Integrität vs. Verführbarkeit.

Literatur: Greenfield, Steve / Osborn, Guy / Robson, Peter: Film and the law. London: Cavendish 2001, S. 169-186.

Referenzen