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private eye film II: Filme

Es sind vor allem die Figuren des Philip Marlowe und des Sam Spade, die die Prototypen des private eye darstellen. Dashiell Hammetts Sam Spade wurde bereits durch Bogarts Rolle in The Maltese Falcon (1941, John Huston) unvergeßlich. Raymond Chandlers Privatdetektiv Philip Marlowe wurde von zahlreichen bekannten Schauspielern dargestellt: Dick Powell in Murder, My Sweet (aka: Farewell, My Lovely, 1944, Edward Dmytryk), Humphrey Bogart in The Big Sleep (1946, Howard Hawks), Robert Montgomery (auch Regie) in The Lady in the Lake (1947), James Garner in Marlowe (1969, Paul Bogart), Robert Mitchum in Farewell, My Lovely (1975, Dick Richards) und in The Big Sleep (1978, Michael Winner), James Caan in Poodle Springs (1978, Bob Rafelson, TV).
Während der klassische „private eye“ ganz wie Sherlock Holmes schlauer und verschlagener, zumindest mental immer einen Schritt weiter ist als alle anderen Beteiligten (und auch als der Zuschauer), ironisieren zwei wichtige Produktionen der 1970er Jahre das Genre, spielen mit Konventionen und Zuschauererwartungen: In Robert Altmans The Long Goodbye (USA 1973) gerät Elliott Gould als Marlowe – ein Loser mit ironischer Grundhaltung – in eine Geschichte hinein, deren Ausmaß und Bedeutung ihm nie ganz klar wird. Auch der von Jack Nicholson gespielte Protagonist Jake Gittes in Chinatown (USA 1974, Roman Polanski), dem ironischerweise die Spürnase aufgeschlitzt wird, versteht nicht wirklich, was um ihn herum vor sich geht – aber das Publikum unterstellt ihm nach den Konventionen des Genres, er müsse dieses Wissen haben. Eine Hommage an die Figuren des Private-Eye-Zyklus ist die satirische Komödie Dead Men Don‘t Wear Plaid (USA 1982, Carl Reiner, mit Steve Martin als Privatdetektiv): Hier werden Figuren aus alten „private eye“-Filmen in die Spielhandlung so eingeschnitten, dass historisches und neues Material bis zur Unkenntlichkeit verschmelzen.

Literatur: Cawelti, John G.: "Chinatown" and generic transformation in recent American films [1978]. In: Grant, Barry Keith (ed.): Film genre reader II. Austin: Univ. of Texas Press 1995, S. 227-245 [u.ö.]. – Gallafent, Edward: Echo Park: film noir in the ‚Seventies‘. In: Cameron, Ian (ed.): The book of film noir. New York: Continuum 1993, S. 254-285 [zu Chinatown, The Long Goodbye, Farewell, My Lovely, Marlowe].

Referenzen