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Prizma Color

Das Prizma-Color-Systemwar ein Farbfilmverfahren, das 1913 von William Van Doren Kelley und Charles Raleigh von der Prizma Company entwickelt wurde. Anfänglich war es ein dem älteren Kinemacolor ähnelndes additives Zweifarbensystem, das Kelley und Raleigh aber zu einem Bipack-Farbverfahren weiterentwickelt wurde, das seinerseits wieder zum Vorläufer für Multicolor und Cinecolor wurde. 1917 gab stellte Prizma ein additives Vierfarben-System vor, in dem eine Scheibe mit vier Filtern (rot, gelb, grün, blau) in der Kamera einen einzelnen panchromatischen Filmstreifen belichtete; die Wellenlängen der verschiedenen Farben überlappten sich, so dass Flickereffekte bei der Vorführung vermieden werden konnten. Es wurden 26-32 B/S belichtet, 32 B/S projiziert (wobei bei der Vorführung zwei Farbauszüge [rot-gelb, blau-grün] miteinander verbunden wurden). Im Dezember 1918 kündigte Prizma an, wöchentlich einen Kurzfilm an den Markt zu bringen, der auf jedem normalen Projektor gezeigt werden können; dazu entwickelte die Firma eine Kamera, die zwei Filmstreifen gleichzeitig belichtete (einer rot-orange, der andere blau-grün bzw. zyan). Das (subtraktive) Verfahren wurde 1919 in New York vorgestellt; 1921 entstand neben dem bukolische Eindrücke vorführenden Kurzfilm Sunshine Gatherers(1921, George E. Stone) über die Schönheit Kaliforniens der 50minütige Film Bali, the Unknown(1921, Harold H. Horton); Filme wie The Glorious Adventure(1922, J. Stuart Blackton) oder Vanity Fair(1923, Hugo Ballin) folgten; einige Filme (wie der Kriminalfilm Flames of Passion, Großbritannien 1922, Graham Cutts, oder The Virgin Queen, Großbritannien 1923, J. Stuart Blackton) enthielten einzelne Rollen in Prizma-Color. Der wohl letzte Film, der eine Rolle in Prizma-Color enthielt, war Venus of the South Seas(Neuseeland/USA 1924, James R. Sullivan) mit Annette Kellerman. 1922 wurde Prizma von Technicolor auf Grund von Patentverletzungen verklagt und verlor den Prozess. 1928 wurde Prizma von Consolidated Film Industriesaufgekauft, das Verfahren als Magnacolor (später: Trucolor) wieder aufgelegt. Kelley, der viele Patente hielt (u.a. Kesdacolor, 1918, Kelleycolor, 1923, Plastigram, 1923), verkaufte diese an Cinecolor. 

Literatur: Street, Sarah: Glorious and Other Adventures in Prizma. In: Color and the Moving Image: History, Theory, Aesthetics, Archive. Ed. by Simon Brown, Sarah Street & Liz Watkins. New York: Routledge 2013, S. 56-66. 

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