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Producer-unit system

Von 1931 an stellten die Hollywood-Studios ihren Produktionsapparat sukzessive vom „central producer management system“ auf das „producer-unit system“ um. Während bis dahin sämtliche Filmprojekte von einem zentralen Produzenten kontrolliert wurden, ging man nun dazu über, die organisatorische Überwachung der Filme an mehrere Produzenten (associate producers) zu delegieren, die in der Regel immer mit dem gleichen Team zusammenarbeiteten. Die strukturelle Umstellung hatte verschiedene Beweggründe: Einerseits diente diese Spezialisierungsmaßnahme dazu, Kosten einzusparen und effizienter zu arbeiten; insofern jeder Produzent lediglich eine geringe Anzahl von Filmen zu betreuten hatte, war er eher in der Lage, die Herstellungskosten im Blick zu behalten. Andererseits hielt man eine Umstellung auch aus qualitativen Gründen für geboten: Der studiospezifische Film-Look wurde allzu dominant, was man dem besonderen Einfluss des zentralen Produzenten zurechnete. Dementsprechend erhoffte man sich von der organisatorischen Veränderung eine stärkere Individualisierung der Filme. Das System wurde zuerst bei RKO, und erst 1933 auch bei MGM eingeführt. Es diente wohl auch dazu, Produzenten wie Irving Thalberg bei MGM oder Darryl F. Zanuck bei Warner Bros. studiointern etwas zu entmachten.
Die bekannteste derartige Producer Unit ist die Arthur Freed Unit bei MGM, die für die Produktion der wichtigsten Musicals des Studios zuständig war.

Literatur: Staiger, Janet: The producer-unit system: Management by specialization after 1931. In: David Bordwell / Janet Staiger / Kristin Thompson: The Classical Hollywood Cinema. Film Style and Mode of Production to 1960. New York: Columbia University Press 1985, S. 320-329. Neuausg. 2002.