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psychotronischer Film

englisch: psychotronic film/movie; die Psychotronik (ein Kofferwort aus Psychologie + Elektronik) ist eine Grenzwissenschaft zwischen Physik und Parapsychologie, die sich mit sogenannten psychotronen oder bioplasmatischen Energieformen beschäftigt, die zur Erklärung paranormaler Phänomene herangezogen werden

Als Kategorisierung von Filmen hat Michael J. Weldon die Bezeichnung psychotronischer Film mit seinen dickleibigen Nachschlagewerken bekannt gemacht, im Titel offenbar in Anlehnung an den Film The Psychotronic Man (USA 1980, Jack M. Sell). Die Auszeichnung versammelt möglichst billig hergestellte Science Fiction-, Phantastik- und Horror-Ulk-Streifen wie The Attack of the Killer Tomatoes! (1978, John De Bello) und seine Nachfolgeproduktionen oder den berüchtigten Plan Nine from Outer Space (USA 1959, Edward D. „Ed“ Wood, Jr.), exploitative Mischungen aus Sex, Gewalt und Drogen (Bikerfilme, Frauengefängnisfilme, Gore-Filme und anderen lustvoll zelebrierten schlechten Geschmack) mit den abstrusesten Plots in mieser Ausführung, vereinnahmt aber andererseits neben B-bis-Z-Filmen und bloßem Trash auch anspruchsvollere Mainstream-Produktionen wie E.T. – The Extra-Terrestrial (USA 1982, Steven Spielberg), so dass die Verwandtschaft zum Phänomen des Camp und des Kultfilms unübersehbar bleibt.
Verschiedene Organisationen, die „Psychotronic Film Society“ im Titel führen, kümmern sich um den Zusammenhalt der Fangemeinde.

Literatur: Hawkins, Joan: Sleaze mania, euro-trash, and high art: the place of European art films in American low culture. In: Film Quarterly 53,2, 1999-2000, S. 14-29. – Newitz, Annalee: What makes things cheesy? Satire, multinationalism, and b-movies. In: Social Text 18,2, 2000, S. 59-82. – Weldon, Michael / Beesley, Charles / Martin, Bob / Fitton, Akira: The psychotronic encyclopedia of film. New York: Ballantine Books 1983; Nachdr. London: Plexus 1989; repr. 1994. – Weldon, Michael J.: The psychotronic video guide. New York: St. Martin's Griffin 1996.

Referenzen