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public journalism

oft auch: civic journalism; auch im Dt. gebräuchlich

Angeregt durch das geringe Bürger-Interesse an Politik sowie die objektivistisch gehaltene Berichterstattung der Medien, die Wahlkämpfe auf konkurrierende Eliten beschränkte und die Bürger auf eine rein passive Zuschauerrolle reduzierte, entstand in den 1990ern die Bewegung des Public Journalism – als Versuch, die Bürger durch publizistische Unternehmungen in politische und gesellschaftliche Prozesse zu integrieren. Wesentlich für dieses Modell ist der Grundgedanke, dass Journalismus nicht nur die Übermittlung und Verbreitung von Information zugrunde liegt, sondern dieser auch seine Verpflichtungen gegenüber der Öffentlichkeit erfüllt und deren Anliegen und Interessen in den Mittelpunkt stellt. Die Leitidee der Bewegung ist, „durch Formen aktivierenden Journalismus Bürgerinnen und Bürger zu ermutigen und zu befähigen, aktiv auf das politische Geschehen in ihrem Gemeinwesen Einfluss zu nehmen“ (so eine programmatische Bestimmung der Stiftung Mitarbeit). Der Journalist wird dadurch vom Beobachter zum Teilnehmer politischer Meinungs- und Willensbildung transformiert. Bürgernahe Berichterstattung, journalistische Unabhängigkeit, Arbeit mit innovativen Darstellungsformen bei allen Thematiken, aktive Einbindung der Bürgermeinung in die Berichterstattung sind einige der programmatischen Forderungen, denen public journalism unterliegt.

Literatur: Forster, Klaus: Journalismus im Spannungsfeld zwischen Freiheit und Verantwortung. Das Konzept des "Public Journalism" und seine empirische Relevanz. Köln: Halem 2006. – Glasser, Theodore Lewis / Campbell, Cole C. (eds.): The idea of public journalism. New York [...]: Guilford Press 1999. – Haas, Tanni: The pursuit of public journalism. Theory, practice, and criticism. New York: Routledge 2012.