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Rakugo

Eine alte japanische Vortragskunst, Stilform und Erzähltradition (seit dem Feudalismus des 16. Jahrhundert). Gemeint ist ein komischer Vortrag/Monolog oder auch der Erzähler komischer Geschichten selbst. Rakugo ist alltags- und milieubezogen, sprachlich oft derb und eignet sich dadurch als Darstellungsform für Vaudeville-ähnliche komödiantische Auftritte bzw. für Komödien im Genre des gendai-geki. Der ungeschminkte rakugo sitzt in der Regel auf dem Boden vor einer nackten Wand und spielt alle Rollen der Aufführung selbst und allein, wobei er neben seinen sprachlichen Ausdruckskünsten Mimik und Gestik einsetzt. Während der Vorstellung wird eine besondere, ohayashi genannte Musik auf der shamisen (auch Samisen oder Schamisen, eine dreisaitige Langhalslaute) gespielt. Moderne rakugo-Interpreten treten heute in ähnlicher Ausstattung im japanischen Fernsehen auf.

Literatur: Bayard-Sakai, Anne: La parole comme art: Le rakugo japonais. Paris: L'Harmattan 1992. – Morioka, Heinz / Sasaki, Miyoko: Die Erzählkunst des Rakugo. München: Iudicium-Verlag 1992. – Sasaki, Miyoko / Balkenhol, Heinz: Rakugo: fascination for and popularity of one of the classical Japanese arts of narration. In: Journal of Popular Culture 13, 1979, S. 152-170.

Referenzen