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Rassismus

Auf Unwissen, Vorurteilen und pseudowissenschaftlichen Beweisen beruhende feindselige Haltung gegenüber jenen, die als die „Fremden“ und „Anderen“ definiert werden. Mit Blick auf den Film sind grundsätzlich zwei Ebenen des Zugangs zu unterscheiden: Zum einen können Filme (etwa des Cinéma Beur und des Black Cinema) Rassismus als Motiv in einer Gesellschafts- oder Systemkritik thematisieren, etwa indem sie ein politisches Klima schildern, das von latenter Intoleranz über offene Aggression und Diskriminierung bis hin zu Verfolgung, Jagd und ethnisch motiviertem Genozid reichen kann (wie in manchen Filmen über Nationalsozialismus, aber auch solchen zur Apartheid). Dazu rechnen auch die Filme, die die Probleme der Bürgerrechtsbewegungen dramatisieren. Zum anderen können Filme selber rassistischer Ausdruck sein: sei es „unbewusst“ (wie in zahlreichen Nationalepen), sei es bewusst, um die ohnehin schon bestehenden rassistischen Einstellungen des Publikums zu stabilisieren oder seine Aggression zu mobilisieren (wie in der Propaganda von Regierungsfilmen).

Beispiele: Die Stadt ohne Juden (Österreich 1924, Hans-Karl Breslauer); To Kill a Mockingbird (USA 1962, Robert Mulligan); Katzelmacher (BRD 1969, Rainer Werner Fassbinder); Mississippi Burning (USA 1988, Alan Parker); Malcom X (USA 1997, Spike Lee); L.A. Crash (USA 2006, Paul Haggis).

Literatur: Denzin, Norman K.: Reading race. Hollywood and the cinema of racial violence. London [...]: Sage 2002. – Gotto, Lisa: Traum und Trauma in Schwarz-Weiß. Ethnische Grenzgänge im amerikanischen Film. Konstanz: UVK 2006. - Silk, Catherine / Silk, John: Racism and anti-racism in American popular culture. Portrayals of African-Americans in fiction and film. Manchester [...]: Manchester University Press 1990.

Referenzen