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Regierungsfilm

Filme, die im Gewand eines Lehr- oder Kulturfilms daherkommen, später aber auch als (inszenierter oder gar Pseudo-)Dokumentarfilm. Der gemeinsame Nenner dieser in der Regel kurzformatigen, immer schon politischen Filme besteht darin, dass sie von einem Regierungsorgan in Auftrag gegeben werden (gelegentlich an namhafte Spielfilmregisseure und -regisseurinnen; man denke an Filme wie Triumph des Willens, Deutschland 1935, Leni Riefenstahl) oder selber verfertigt werden. Ihre Funktion besteht darin, eine einzelne Gruppe (das Militär, die Feuerwehr...) oder die ganze Bevölkerung gezielt zu „informieren“, d.h. im Hinblick auf ein bestimmtes Ziel zu beeinflussen: Gemeinsamkeiten sollen beschworen, Feindbilder zugespitzt werden. Dies geschieht unter Rückgriff auf mehr oder weniger massive Propaganda, sei es auf inhaltlicher, sei es auf formaler Ebene. Die 1930er und 1940er Jahre – insbesondere die Zeit des Zweiten Weltkriegs ( z.B. The Battle of Midway, USA 1942, John Ford) – waren in Europa und Amerika die Blütezeit des Genres, in den USA ist im Zusammenhang mit dem Vietnamkrieg eine weitere Welle von Regierungsfilmen zu verzeichnen (wie Screaming Eagles in Vietnam, 1967, produziert von der US Air Force).