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Reichweitenforschung

engl. audience research; manchmal auch: reach research

Als Reichweitenforschung bezeichnet man die kontinuierliche Erfassung der Nutzung von einzelnen Medien oder des gesamten Medienmixes. Die Zahlen sind nicht nur für Medienanbieter, sondern vor allem auch für Werbetreibende wichtig, die wissen müssen, wie viele und welche Menschen sie mit einzelnen Medien erreichen können. Medienkontakte müssen differenziert werden (Printmedien: zum Teil gelesen; Hörfunk: Zuhören einer gewissen Zeit; TV: mindest eine Minute zusehen). Die innere Differenzierung von Nutzung – die unmittelbar mit der Intensität der Zuwendung des Nutzers zum Medium resp. zum Text zusammenhängt – ist meist unterentwickelt (am plakativen Beispiel: der laufende Fernseher, der als Hintergrundmedium  nur Geräuschkulisse für andere, primäre Tätigkeiten ist, unterscheidet sich von demjenigen, der rein habitualisiert etwa wegen der Nachrichten eingeschaltet wurde, und von demjenigen, auf dem ein Programm mit Faszination betrachtet wird). Über die Jahre bleibt das Zeitbudget, das einzelne zur Verfügung haben, offenbar recht stabil; die Anteile, die einzelne Medien davon gewinnen können, verändern sich aber (vergröbert: Print: sinkende, Internet: steigende Reichweiten); mit der Durchsetzung neuer Medien verlieren ältere manchmal deutlich an Reichweite (erinnert sei an das Kinosterben der 1960er).

Literatur: Dohlus, Ernst (Red.): Die Quote: der heimliche Machthaber. Reichweitenforschung bei Hörfunk und Fernsehen und ihre Bedeutung für das Programm. Berlin: Sender Freies Berlin, Abt. Presse‑ und Öffentlichkeitsarbeit 1991. – Meyen, Michael: Mediennutzung. Mediaforschung, Medienfunktionen, Nutzungsmuster. Konstanz: UVK 2001. – Meyen, Michael: Hauptsache Unterhaltung ; Mediennutzung und Medienbewertung in Deutschland in den 50er Jahren. Münster: Lit 2001.

Referenzen