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Replik

von lat. ‚replicare‘ = entfalten, erwidern

Das kunstwissenschaftliche Konzept der Replik bezeichnet die Wiederholung eines Kunstwerkes durch den Künstler selbst (oder einen seiner Gehilfen). Repliken sind keine Kopien, auch wenn die Grenzen fließend sind – diese sind möglichst präzise Wiederholungen des ursprünglichen Werks. Weicht die Wiederholung wesentlich vom ersten Bildwerk ab, nennt man die Arbeit zweite, dritte usw. Fassung. Nur die Wiederholung aus fremder Hand nennt man Kopie.
Im Film sind Repliken außerordentlich selten und verbieten sich wohl schon aus ökonomischen Gründen. Zwar liegt mit Hitchcocks The Man Who Knew Too Much eine zweifache Adaption des gleichen Stoffes vor (1934, 1956), und Gus van Sants Psycho (1998) ist eine bildgenaue Neuverfilmung von Hitchcocks Vorlage (1960), doch sind beides Ausnahmen. Zwar sind Stoffe oft vielfach adaptiert worden – Dumas‘ „Les trois Musquetaires“ z.B. liegt annähernd 50 filmischen Adaptionen zu Grunde –, doch bemühen sich Neuverfilmungen in aller Regel darum, andere Themen und Akzente zu setzen als die bisher vorliegenden Fassungen.