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Revival

dt.: Erneuerung, Wiederbelebung; verwandt mit Renaissance = Wiedergeburt

Als stilhistorische Kategorie bezeichnet Revival das Wiederaufnehmen historischer Stilistiken wie die des hellenischen Tempelbaus in der europäischen und amerikanischen Architektur des frühen 19. Jahrhunderts. In diesem Sinne werden in den Produktionen des frühen 20. Jahrhunderts – in Horrorliteratur und -film – Strategien der Schauder- und Schreckensdarstellung aus der englischen Phase der gothic novel aus dem 19. Jahrhundert zu neuer Blüte gebracht.
Ihren Ursprung als programmhistorische Kategorie hat der Begriff Revival in der Musikindustrie und -soziologie, in der er die erneute Popularität eines Musikstils, dessen erste Blütezeit schon Jahre zurückliegt, deklariert. Im Medienbereich werden darunter ähnlich einzelne Produktionen, Gattungen und Formate verstanden, die Jahre oder Jahrzehnte nach der – erfolgreichen – Erstverwertung zu neuer Popularität gelangen. Dazu rechnen auch neue Serien und Filme, die das Leben einer oder mehrerer Figuren aus der Ursprungsproduktion nach einer längeren Produktionspause weitererzählen. Häufig wird die Revival-Phase im Vergleich zu einer weiteren Staffel anhand eines Zusatzes im Titel von der Ursprungsserie abgegrenzt, wie z.B. Die schnelle Gerdi (Deutschland 1989, Michael Verhoeven) und Die schnelle Gerdi und die Hauptstadt (Deutschland 2003, Michael Verhoeven) oder Britta (Deutschland 1978, Berengar Pfahl) und Neues von Britta (Deutschland 1984, Berengar Pfahl). In den meisten Fällen wird die zweite Produktionsphase jedoch nicht in Form von Serien, sondern von Fernsehfilmen realisiert. In derartigen Fällen dient der Revival-Film meist der Auflösung des offenen Endes der Stammserie.

Literatur: Edmundson, Mark: Nightmare on Main Street. Angels, sadomasochism, and the culture of Gothic. Cambridge, Mass. [...]: Harvard University Press 1997. – Sevastakis, Michael: Songs of love and death. The classical American horror film of the 1930s. Westport, Conn. [...]: Greenwood Press 1993.