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Revolte der Natur

Sonderfall des Katastrophenfilms, im Spiel- und gelegentlich im Experimentalfilm behandelt. Im Zentrum steht die Revolte der Natur gegen die vom Menschen übertechnisierte, überzivilisierte Welt und letztlich gegen die Menschheit selber. Das Idyllische der Natur kehrt sich in katastrophale Zerstörung, das dem Menschen Dienende in nicht mehr kontrollier- oder unterdrückbare, meist zerstörerische Aktion. Grundsätzlich kann das Motiv in heiterer oder düsterer Tonlage angegangen werden, am häufigsten tritt es jedoch in beklemmenden Dystopien und verstörenden Endzeitvisionen auf, manchmal in Formen des Absurden Theaters (wie in Byt, CSSR 1968, Jan Svankmajer) oder als (Tier-)Horrorfilm (wie in Frogs, USA 1972, George McCowan, in Prophecy, USA 1979, John Frankenheimer, oder in Jurassic Park, USA 1993, Steven Spielberg). Dahinter steht eine fundamentale, gelegentlich religiös motivierte Skepsis gegenüber der Technikeuphorie in der Moderne und dem als vermessen begriffenen, materialistisch-kapitalistischen Zugriff auf Umwelt und Ökologie. Gelegentlich tritt das Motiv in Kombination mit der eng benachbarten Revolte der Technik auf (wie in fast allegorischer Abstraktion in Die Rättin, BRD 1997, Martin Buchhorn, nach Günter Grass‘ Roman).

Literatur: Podeschi, Christopher W.: The nature of future myths. Environmental discourse in science fiction film, 1950-1999. In: Sociological Spectrum 22,3, July 2002, S. 251-297.

Referenzen