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Revolte der Technik

Im Zentrum des Motivs, das meist in der Science Fiction angesiedelt ist, manchmal aber auch experimentell in Gegenwarts-Szenarien behandelt wird, steht eine vom Menschen geschaffene, technisierte Welt, die sich menschlicher Kontrolle entzieht und verselbständigt, ihr produktives Potenzial pervertiert, um sich in letzter Konsequenz destruktiv gegen den Menschen zu richten. Grundsätzlich kann das Motiv in heiterer (wie in Modern Times, 1936, Charles Chaplin) oder düsterer Tonlage (Metropolis, 1926, Fritz Lang) angegangen werden, sei es in tumulthaften oder beißenden Grotesken, sei es in beklemmenden Dystopien (Welt am Draht, 1973, Rainer Werner Fassbinder) und verstörenden Endzeitvisionen, in Action- oder Spannungsfilmen (wie Jurassic Park, 1993, Steven Spielberg) u.a.m. Dahinter steht oft die Frage, ob technische Entwicklung nur zum Wohl der Menschheit dient, und die Befürchtung, dass der Mensch die Kontrolle verliert, wenn die Technik zu groß und unbeherrschbar wird. Diese Skepsis ist als Kehrseite der Technikeuphorie der Moderne zu verstehen und im utopischen Roman der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts begründet (z.B. Bernhard Kellermann: Der Tunnel, 1913; verfilmt 1933).

Referenzen