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Revolutionsfilm (1)

Unter Revolutionsfilm versteht man im engeren Sinne ein Genre des sowjetischen Films in der Zeit von 1918 bis Mitte der 1930er Jahre, in dem die Oktoberrevolution und der Russische Bürgerkrieg thematisiert wurden. Die Filmemacher des Revolutionsfilms verstanden sich in ihrem didaktischen Ansatz selbst als Teil dieser Revolution. Bedeutender Vertreter des Revolutionsfilms war Sergei Eisenstein, der in seinen Filmen Statschka / Streik (1925), Bronenossez Potjomkin / Panzerkreuzer Potemkin (1925) und Oktjabr / Oktober (1928) einen didaktischen, bewusstseinsbildenden Ansatz mit der avantgardistischen Ästhetik seiner dynamischen Bildmontage verband. Während Eisenstein mit dieser Attraktionsmontage vor allem die Macht des Kollektivs darstellen wollte, erzählten andere Filmemacher des Revolutionsfilms eher episch, voll Pathos und auf Einzelschicksale konzentriert, etwa Wsewolod Pudowkin in Mat / Die Mutter (1927), Konets Sankt‑Peterburga / Das Ende von St. Petersburg (1927) und Potomok Chingis‑Khana / Sturm über Asien (1928) oder Alexandr Dowschenko in Arsenal (1928). Mit der endgültigen Etablierung der Herrschaft Stalins endete der Revolutionsfilm; statt der ideologischen Mobilisierung der Massen legte der sowjetische Film nun mehr Gewicht auf staatstragende und die Personen Lenin und Stalin verherrlichende Filme.

Literatur: Beilenhoff, Wolfgang: Der sowjetische Revolutionsfilm als kultureller Text. Semiotische Grunddaten für eine Kulturtypologie der zwanziger Jahre in der Sowjetunion. Bochum, Univ., Diss., 1978. – Herlinghaus, Hermann / Hanisch, Michael: Der sowjetische Revolutionsfilm. Zwanziger u. dreißiger Jahre. Eine Dokumentation. [...] Berlin: Henschelverlag 1967.

Unter Revolutionsfilm versteht man im engeren Sinne ein Genre des sowjetischen Films in der Zeit von 1918 bis Mitte der 1930er Jahre, in dem die Oktoberrevolution und der Russische Bürgerkrieg thematisiert wurden. Die Filmemacher des Revolutionsfilms verstanden sich in ihrem didaktischen Ansatz selbst als Teil dieser Revolution. Bedeutender Vertreter des Revolutionsfilms war Sergei Eisenstein, der in seinen Filmen Statschka / Streik (1925), Bronenossez Potjomkin / Panzerkreuzer Potemkin (1925) und Oktjabr / Oktober (1928) einen didaktischen, bewusstseinsbildenden Ansatz mit der avantgardistischen Ästhetik seiner dynamischen Bildmontage verband. Während Eisenstein mit dieser Attraktionsmontage vor allem die Macht des Kollektivs darstellen wollte, erzählten andere Filmemacher des Revolutionsfilms eher episch, voll Pathos und auf Einzelschicksale konzentriert, etwa Wsewolod Pudowkin in Mat / Die Mutter (1927), Konets Sankt‑Peterburga / Das Ende von St. Petersburg (1927) und Potomok Chingis‑Khana / Sturm über Asien (1928) oder Alexandr Dowschenko in Arsenal (1928). Mit der endgültigen Etablierung der Herrschaft Stalins endete der Revolutionsfilm; statt der ideologischen Mobilisierung der Massen legte der sowjetische Film nun mehr Gewicht auf staatstragende und die Personen Lenin und Stalin verherrlichende Filme.

Literatur: Beilenhoff, Wolfgang: Der sowjetische Revolutionsfilm als kultureller Text. Semiotische Grunddaten für eine Kulturtypologie der zwanziger Jahre in der Sowjetunion. Bochum, Univ., Diss., 1978. – Herlinghaus, Hermann / Hanisch, Michael: Der sowjetische Revolutionsfilm. Zwanziger u. dreißiger Jahre. Eine Dokumentation. [...] Berlin: Henschelverlag 1967.

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