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RKO Radio Pictures Inc.

Radio-Keith-Orpheum (RKO) ist eine US-amerikanische Produktions- und Verleihgesellschaft, deren Markenzeichen ein Sendeturm auf einem Globus ist. Das unbekannteste und unbeständigste der fünf Major Studios entstand am 23.10.1928 als Zweck-Zusammenschluss dreier Partner, die von Beginn an eine vertikale Integration aller Geschäftsbereiche anstrebte: Der Industrielle Joseph P. Kennedy brachte das Film Booking Office of America ein, die Produktionsfirma American Pathé war dabei (mit Kennedy als Präsident), die Theaterkette Keith-Albee-Orpheum brachte annähernd 200 Abspielstätten in den Konzern ein, und Radio Corporation of America (RCA) steuerte vor allem ihr Tonsystem Photophone bei. 1931 kam David O. Selznick zur RKO. Er versuchte, die Produktionsabläufe zu straffen und sie zudem durch unabhängige Produzenten abzusichern. Die Führungspositionen bei RKO wechselten schnell – Selznick folgte 1933 Merian C. Cooper, 1934 B.B. Kahane, 1935 Samuel Briskin, 1938 Pandro S. Berman, 1939 George J. Schaefer, 1942 Charles Koerner, 1946 Peter N. Rathvon, 1947 Dore Schary. Wohl wegen dieses schnellen Wechsels der Studioleiter entwickelte sich kein prägnanter RKO-Stil.
Der überwiegende Teil der insgesamt mehr als 1.000 RKO-Produktionen waren von Beginn an billige Genre- und Serienfilme. Wenige größere Filme um bekannte Vertrags-Stars traten hinzu. Die zehn Filme mit dem Erfolgspaar Ginger Rogers und Fred Astaire sorgten für stabile Gewinne; auch hatte RKO die junge Katharine Hepburn unter Vertrag (u.a. für Bringing Up, Baby, 1938). Zahlreiche Genre-Klassiker wurden vom Studio produziert – unter ihnen King Kong (1933), The Hunchback of Notre Dame (1939), Citizen Kane (1941), Notorious (1946).
Der Verleih der RKO vertrieb von 1937-1954 die Filme Disneys, aber auch die Filme Goldwyns und Selznicks sowie die Pathé-Wochenschauen. Die Katastrophe, auf die die Finanzkrise, in die die RKO anfangs der 1940er Jahre geriet, wurde durch die Erfolge der Hitchcock-Filme, durch die Horrorfilm-Reihe, die Val Lewton für RKO produzierte, und einige Film noirs (von Nicholas Ray, Fritz Lang u.a.) hinausgezögert. 1948 kaufte der exzentrische Milliardär Howard Hughes den Konzern auf (9 Mill. $ für das Studio, 23 Mill. $ für diverse Töchtergesellschaften). Das Studio stellte 1953 seine Arbeit ein. 1955 wurde RKO an General Tire and Rubber Comp. verkauft. Der neue Mutterkonzern wandelte den alten Namen in RKO General und widmete sich von nun an ganz dem Fernsehen. Die Ateliers gingen 1957 an Desi Arnaz und Lucille Ball, die es in Desilu Productions umwandelten. Der RKO-Verleih arbeitete noch bis in die 1960er Jahre hinein.

Literatur: Jewell, Richard B. / Harbin, Vernon: The RKO story. New York: Arlington House 1982. – Mordden, Ethan: The Hollywood studios. House style in the golgen age of the movies. New York: Knopf 1988. – Neibaur, James L.: The RKO features: A complete filmography of the feature films released or produced by RKO Radio Pictures, 1929-1960. Jefferson, NC [...]: McFarland 1994. – Parish, James Robert: The RKO gals. New Rochelle, N.Y.: Arlington House 1974.

Referenzen