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rôkyoku

auch: naniwabushi; naniwa-bushi; von japanisch - = „(als Bestandteil hochsprachlicher Bildungen im Zusammenhang mit gesungenem Vortrag:) Rezitation, Deklamation“ + kyoku = „Musikstück, Melodie, Lied“

Neben kôdan und rakugo ist rôkyoku eine der alten japanischen Erzähltraditionen und Vortragstechniken. Der ebenfalls als rôkyugo bezeichnete Rezitator trägt bei der auch naniwabushi (von japanisch naniwa, dem Namen für Alt-Osaka + bushi = „Melodie, Weise“) genannten Aufführung vorwiegend balladenhafte Begebenheiten aus der Geschichte (Heldentaten, Erzählungen von fahrendem Volk, Spielern oder Schurken) vor, wobei er ganze Passagen singt und dazu auf der shamisen (deutsch Samisen oder Schamisen, eine dreisaitige Langhalslaute) begleitet wird. Interpretiert wird auf populäre Weise der Widerstreit zwischen giri, dem unbedingten Pflichtbewusstsein gegenüber der Gesellschaft, und ninjo, den persönlichen Gefühlen und Emotionen des Individuums.
Die auch im Kabuki-Theater geschätzte Kunst war noch in der Meiji-Zeit (1868-1914) sehr populär und kam erst in Reaktion auf das Ergebnis des japanischen Imperialismus nach dem Zweiten Weltkrieg weitgehend in Verruf, nicht zuletzt wegen ihrer kämpferisch-militaristisch ausdeutbaren Inhalte.

Literatur [nur japanisch]: Anzai, Takeo: Rôkyoku jiten. Tôkyô: Nihon Jôhô Senta 1975 [Lexikon, mit Diskographie]. – Hyôdô, Hiromi: „Koe“ no kokumin kokka Nihon. Tôkyô: Nippon Hôsô Shuppan Kyôkai 2000. – Shiba, Kiyoshi: Nihon rôkyoku daizenshu. Tôkyô: Rôkyoku Henshubu 1989. – Yui, Jirô: Jitsuroku rôkyokushi. Tôkyô: Tôhô Shobô, 1999.

Referenzen