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Rolle: Differenzierung hinsichtlich Ausarbeitung und Funktionalität

Gilt in manchen Poetiken die Herausarbeitung psychologischer Tiefe und Genauigkeit für die Figuren als fast normative Forderung, zeigen zahlreiche Spielformen, dass das Personal des Dramas hinsichtlich psychologischer Tiefe und dramatischer Funktionalität sehr unterschiedlich gefasst sein kann. Figuren differieren

hinsichtlich Stereotypie:

– / stock character

[Routinerolle] / spoof

hinsichtlich Differenziertheit:

flacher Charakter / flat character

[versus ] – / round character

hinsichtlich Veränderung, Lernfähigkeit etc.:

statischer Charakter / static character

[versus] dynamischer Charakter / dynamic character

hinsichtlich Relevanz und Parteilichkeit:

Protagonist / protagonist

Held, Heldin / hero(ine)

Antiheld, Antiheldin / anti-hero(ine)

Gegenspieler des Helden, Antagonist / antagonist

Die verschiedenen Charakteristiken können miteinander kombiniert werden.

Literatur: Wulff, Hans J.: Held und Antiheld, Prot- und Antagonist: Zur Texttheorie des Hel­dischen. In: Weltentwürfe in Literatur und Medien. Phanta­stische Wirklichkeiten – realistische Imaginationen. Fest­schrift für Marianne Wüns­ch. Hrsg. v. Hans Krah u. Claus-Michael Ort. Kiel: Ludwig 2002, S. 431-448.