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Rotlichtabtastung

Analoge Lichttonspuren wurden im Kopierwerk in einem speziellen Prozessschritt mit zusätzlichem Silber in den schwarzen Bereichen angereichert, so dass der Anteil infraroten Lichts reduziert werden kann, den traditionelle Tonlampen als Teil ihres gesamten Lichtspektrums abstrahlen und der als Störlicht auch die Schwarz- oder Farbanteile der Tonspur partiell durchleuchten kann. Das in einer Kooperation von Kodak und Dolby in den 1990ern verabredete Projekt ging von der Annahme aus, dass farbig getöntes Material farbiges Licht der jeweiligen Komplementärfarbe blockieren kann. Tönt man also die Tonspur in grün (engl.: cyan, darum auch: cyan track), kann man auf die Schwärzeverdichtung verzichten, so dass auch die dadurch verursachte und heftig kritisierte Umweltbelastung verringert wird; allerdings braucht man eine Tonlampe, die rot leuchtet (= Komplementärfarbe von grün), möglichst wenig Licht über die verschiedenen Wellenlängen streut und deren ideale und maximale Wellenlänge bei 660nm liegt. Als Lichtquellen verwendet werden Leuchtdioden (LEDs) oder Laser (die zudem noch mit den älteren schwarzweißen Tonspuren kompatibel sein müssen); man nennt sie oft red readers. Da der Signalpegel der Photozellen schwächer ist (u.a., weil störende Anteile an Licht weggefiltert werden), ist es meist nötig, einen Zusatzverstärker einzubauen. Woody Allens Anything Else (USA 2003) ist der erste Film, der ausschließlich mit grünen Tonspuren ausgeliefert wurde.

Literatur: Hull, Joe: Committed to cyan. In: Film Journal International, Sept. 2004, S. 38-39.