Metainformationen zur Seite

Saloonwestern

Spielart des Western, in dessen Zentrum der Schauplatz des frontierüblichen Saloons steht – im Gegensatz zum typischeren, die Landschaft betonenden Western mit seinen einzelgängerischen, schweigsamen Männern. Im Saloon geht es vergleichsweise urban zu, es wird viel geredet, soziale Beziehungen sind wichtiger als Action oder die Auseinandersetzung mit den Indianern. Das vielleicht deutlichste Beispiel der Spielart ist neben John Fords My Darling Clementine (1946), der immer wieder auf den Saloon als Ort Doc Holidays zentriert ist, der ebenfalls von Ford inszenierte The Man Who Shot Liberty Valance (1961), dessen zentraler Handlungsort ein Restaurant ist, Außerdem eignet sich der Schauplatz zur Schilderung verschiedenster Charaktere: Poker spielende Honoratioren, zur Gitarre singende Prostituierte und heißblütige Jungspunde von rivalisierenden Farmen, die sich wüste Schlägereien liefern. Manchmal sind Frauen die eigentlichen Helden dieser Filme wie die Südstaatlerin, die nach dem Tod ihres Verlobten die Leitung eines Vergnügungslokals übernimmt (Barbary Coast, 1935, Howard Hawks), die zielstrebige Spielcasino-Besitzerin in Nicholas Rays Johnny Guitar (1953) oder die Prostituierte, die den Helden am Ende nicht retten kann und im Opium-Rausch versinkt (McCabe and Mrs. Miller, 1971, Robert Altman).