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Schattenspiel

Als Abart des Puppenspiels, bei dem schwarze, selten auch bunte Flachfiguren zwischen einer beleuchteten Leinwand-Fläche und der Beleuchtung so geführt werden, dass ihr Schatten auf der anderen Seite der Leinwand wahrgenommen werden kann, wurde das Schattenspiel im 17. Jahrhundert aus Indonesien oder China nach Europa eingeführt. Meist wurde mit lichtundurchlässigen Schatten- oder Silhouettenfiguren gearbeitet. Das Schattenspiel fand zwar immer wieder interessierte Zuwendung (historisch durch Goethe, Lavater u.a., neuerdings aber auch durch Projekte wie das Schwarze Theater Prag), doch blieb es eine Randform. Die graphische Abstraktion von realen Figuren machte das Schattenspiel aber in vielerlei Formen für den Film attraktiv: Lotte Reiniger adaptierte es für den Scherenschnittfilm. Die Schatten realer Schauspieler werden gelegentlich als visueller Witz oder zur Maskierung von Gewalt hinter durchsichtigem Tuch gezeigt. Ralph Bakshy integrierte z.B. reale Figuren als Schattenspieler in die gezeichneten Umgebungen seines Films Lord of the Rings (1977). Und die Titel zahlreicher Bond-Filme sind eigentlich Schattenspiele, in denen junge Frauen die Rolle der Figuren übernommen haben. 
 

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